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Name: Stephanie Heimtland: Deutschland Au pair Jahr: 2006/07 Au pair in: Chicago area und Philadelphia area Au pair kids: 1. Familie: 3 Jungs, 2. Familie: 2 Mädels Als ich die erste Mail meiner damals ersten Gastfamilie erhalten habe, war ich sofort Feuer und Flamme für sie. Aus 4 verschiedenen Familien habe ich mich dann für diese Familie aus Naperville entschieden. Alles klang super, 3 liebe Kinder, tolles Haus, eigenes Auto, Urlaub in Las Vegas….Warum also noch zögern?
Am Anfang (Juli) habe ich auch alles durch die Rosa-Rote Brille gesehen. Mein Aupairleben schien perfekt, und das Match mit meiner Gastfamilie ein Volltreffer gewesen zu sein. Zu früh gefreut. Bereits nach 2 Monaten habe ich feststellen müssen, dass das Leben und Arbeiten doch nicht so schön ist, wie einst gedacht. Die Ansprüche an mich waren unerreichbar hoch gewesen und die Stimmung war immer ziemlich angeschlagen und kühl. Keine Herzlichkeit, kein Lachen…Jeden Abend kam meine Gastmom von der Arbeit und erfand neue Gemeinheiten, mit denen sie mich fertig machen konnten. Ich hab mein Bestes gegeben. Die 3 Jungs bestmöglich entertaint, die Wäsche gewaschen und die Küche geputzt und mich mit den eigenartigen Hausregeln angefreundet. Später habe ich dann noch feststellen müssen, dass meine Gastmutter mein Zimmer jedes Mal, wenn ich nicht da war, durchsucht hat.
Im November habe ich mich dann meiner LCC anvertraut. Ich habe ihr die Sachen geschildert und sie hat mir zugehört. Dumm war allerdings, dass sie ausgerechnet zu dieser Zeit für 2 Wochen nach Frankreich geflogen ist. Sie gab mir aber vor ihrem Abflug noch den Rat, mich mit meiner Gastmutter mal auszusprechen. Gesagt, getan. Mir war an dem Morgen speiübel. Ich hatte Angst und Schweißausbrüche gleichzeitig. Wie wird Sie reagieren? Was wird sich ändern, und WIRD sich was ändern? Ich bin eigentlich schon mit dem Gedanken „Hier bleib ich keine Minute länger, ich möchte wechseln“ zum Gespräch erschienen. Als ich die Liste meiner Gastmutter gesehen habe, auf welcher 1000 Notizen standen, konnte ich einfach nicht mehr. Ich hab einfach nur da gesessen und geweint. Das Gespräch verlief dann doch besser als erwartet. Nach ewigen Anschuldigungen und Kritik ihrerseits, konnte ich dann auch endlich meine Meinung dazu geben. Sie konnten mich dann irgendwie verstehen und haben es auch akzeptiert, dass ich mich nicht wohl fühle und wechseln möchte… Meine LCC kam dann 2 Wochen später, um sich das noch einmal anzuhören und die Formalitäten zu erledigen. Und 2 Tage später war ich dann im Rematch.
10 Familien haben mich angerufen. Aber dieses mal wusste ich, worauf es mir ankommt. Und ich habe mich nach reifer Überlegung für eine Familie aus Pennsylvania entschieden. Das bedeutete zwar, dass ich all meine neuen Freunde in Naperville verlassen, und irgendwo wieder von neuem Anfangen musste, aber ich war bereit dazu. Am 1. Dezember sollte ich dann im Flieger nach PA sitzen. Aber es kam alles anders. Ein Schneesturm hat sich in der Nacht zum ersten Dezember über Naperville ausgelassen und alle Flüge wurden gestrichen. Dann begann ein Telefonmarathon. Airline, Area Councelorin, LCC und neue Gastfamilie anrufen….das hat meiner alten Gastmutter nicht gepasst und sie hat mich dann plitz-plautz vor die Tür gesetzt. Damit hab ich überhaupt nicht gerechnet…Ich wurde tatsächlich rausgeschmissen!!! Ich war so dankbar, als ich das Auto meiner LCC gesehen habe, die ich noch nach dem Rausschmiss angerufen hatte. Sie war genau so entsetzt wie ich…
Naja meine neue Gastfamilie hat sich dann um einen Ersatzflug gekümmert und ich konnte dann am 2. Dezember nach Philadelphia fliegen. Der Abschied von meinen Freunden und meiner tollen LCC fiel mir sehr schwer, aber der herzliche Empfang in Philly machte alles wieder wett. Mein Bauchgefühl sagte mir damals bei der Ankunft „Das ist die richtige Familie!“ und ich hatte Recht. Ich bereue nicht eine Sekunde mit ihnen. Eher bereue ich es, dass ich nicht verlängert habe. Bei ihnen habe ich mich endlich zuhause und willkommen gefühlt. Die Arbeit mit den 2 Mädls war super und hat mir viel Spaß gemacht.
Heute, fast ein Jahr nach meiner Rückkehr nach Deutschland, kann ich sagen, dass ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe.
Meine alte Gastfamilie wurde aus dem Programm genommen und müssen jetzt wieder auf herkömmliche Babysitter zurückgreifen.
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