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Katharina

Name: Katharina
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Heimatland: Deutschland
Au pair Jahr: 2005/06
Au pair Kids: 1. Fam. (California): Haley (8), D.J. (6), Garrett (4), Paige (3)
2. Fam. (Arizona): Victoria (10), Lauren (5), Ellen (4)

Mitte November kam ich nach Orange County, California. Mit meiner Gastfamilie hatte ich 7 Wochen zuvor gematcht und ich war davon ueberzeugt, dass es die perfekte Familie fuer mich ist. Zwar wollte ich nie nach California und genauso wenig wollte ich eine "Stay@home Mom", aber dann dachte ich mir "Die Familie hoert sich so klasse an - und es kann nun mal nicht alles perfekt sein!"
Mit meiner Gastmom hatte ich vorher ein paar Mal telefoniert und einige Emails geschrieben und jedesmal versicherte sie mir, wie sehr sie sich alle freuen wuerden. Wir redeten auch darueber, was waere, wenn ich Heimweh bekaeme und sie meinte, ich koennte immer mit ihr reden und dass sie immer fuer mich da waere.
Also flog ich los und die Begruessung war sehr herzlich. Die ersten Wochen verbrachte ich hauptsaechlich mit dem alten AuPair, die mir alles zeigte und erklaerte und es fiel mir kaum auf, dass ich mit meiner Gastmom so gut wie gar nichts zu tun hatte. Entweder war sie unterwegs oder sie schloss sich in ihr Zimmer ein, waehrend ich aufzupassen hatte, dass die Kinder sie nicht stoerten. Ich hatte damit kein Problem, da sie trotz allem immer nett zu mir war.
Allerdings fingen dann langsam die Probleme mit den Kindern an. Mit meiner 8-jaehrigen kam ich relativ gut klar, waehrend der 6-jaehrige es vorzog mich zu ignorieren und mir aus dem Weg zu gehen. Die wei Kleinen, 3 und 4 Jahre alt, waren am anstrengensten. Hoeren taten sie alle 4 ueberhaupt nicht, aber die zwei Kleinen machten jedesmal ein riesen Geschrei wenn sie nicht ihren Willen bekamen und waren meiner Meinung nach noch dazu sehr respektlos. Oft war ich einfach nur ueberfordert. Also versuchte ich, mit meiner Gastmom zu reden und ihr das zu erklaeren. Sie hoerte zwar zu, aber vermittelte mir immer das Gefuehl, in Eile zu sein und nicht wirklich Zeit fuer solche "Kleinigkeiten" zu haben. Ausserdem bruellten die Kinder grundsaetzlich dazwischen. Meine Gastmom suchte die Schuld auch nur bei mir. Ich denke, sie hat sehr wohl gemerkt, dass sie die Kinder total verzogen hatte - das wurde aus ihrem Verhalten oft deutlich. Sie hatte nur einfach resigniert - und erwartete jetzt das Gleiche von mir! Ich sollte alles mit mehr Humor nehmen!
Das versuchte ich dann auch, selbst wenn es oft schwer war! Das Verhaeltnis zu den Kids wurde zwar besser, aber trotzdem schien meine Gastmutter staendig unzufrieden. Um die Weihnachtszeit rum ging es mir gar nicht gut, da mein Heimweh immer schlimmer wurde. Davon, dass ich angeblich immer reden konnte, wenn mich was bedrueckte, spuerte ich ueberhaupt nichts!
Im Gegenteil! Anfang Januar hatten wir dann das erste Mal ein richtig ernstes Gespraech. Wir waren uns einig, dass wir uns beide nicht wirklich wohlfuehlten in der Situation. Wir wollten es allerings doch noch mal 2 Wochen versuchen, weil ein Wechsel fuer uns beide nicht sehr angenehm gewesen waere.
Im Grunde haette mir damals schon klar sein muessen, dass das niemals gut gehen konnte. Ich habe mich selbst so unter Druck gesetzt, alles richtig zu machen, dass ich gar nicht mehr ich selbst sein konnte. Es ging nur noch darum, meine Gastmutter zufrieden zu stellen, waehrend ich mich immer unwohler fuehlte. Oft gab es Momente wo ich mir gedacht habe, es waere besser aufzugeben und es woanders zu versuchen - aber ich wollte nicht ins Rematch gehen. Also strengte ich mich an...Meine Gastmutter versicherte mir, es waere alles super und dass es besser wuerdee. Darauf habe ich mich verlassen. Was sich als Fehler rausstellte...
Nach 2,5 Wochen eroeffnete sie mir ploetzlich, dass es nicht mehr ginge und es besser waere, wenn wir uns beide nach was anderem umschauen. Komischerweise war ich gar nicht geschockt oder sonderlich traurig. Im Gegenteil! Ploetzlich fuehlte ich mich richtig erleichtert und wurde viel offener. Ich war ihr auch nicht boese, sondern konnte ihre Gruende gut verstehen - die Chemie stimmte einfach nicht! Die ganze Familie war sehr aufgedreht und chaotisch. Waehrend ich etwas ruhiger und strukturierter bin. Das hat einfach nicht gepasst! Das kann passieren! Ich war der Meinung, wir gehen trotz allem im Guten auseinander.
Aber was dann folgte, hat mich einfach nur enttaeuscht! Es war ein Dienstag, an dem wir beschlossen hatten, ins Rematch zu gehen. Noch am selben Abend hab ich mich mit einer potentiellen, neuen Gastfamilie getroffen. Als ich dann am naechsten Morgen aufstand erwartete mich mein Gastvater und erzaehlte mir, dass die 8-jaehrige wohl ein Riesentheater gemacht haben muss, da sie nicht wollte, dass ich gehe. Sie muss stundenlang geheult haben. Dann kam auch meine Gastmutter, die mir das Gleiche nochmal erzaehlte und ploetzlich gar nicht mehr so sicher war, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sie wollte ihre Meinung noch mal ueberdenken...
Am naechsten Morgen war sie sich immer noch nicht sicher. Mittags erzaehlte sie mir dann ploetzlich, dass sie ein neues AuPair haette, fuer mich aber keine Eile bestehen wuerde! Das war der erste Schock! Ich bin dann zu meinem LCC gefahren, der mir dann nebenbei erzaehlte, dass das neue AuPair schon am naechsten Tag kommen sollte. Er dachte, ich wuesste das! Aber meine Gastmutter war wohl u feige. Wir beide vermuteten, dass sie wohl gehofft hat, mein LCC erzaehlt mir das, damit sie den Part nicht uebernehmen muss.
Den Gefallen tat ich ihr nicht. Ich fuhr "nach Hause" und tat so, als wuesste ich von nichts. Kurz darauf kam ihre Freundin, die ebenfalls zwei Kinder hatte. Ihr AuPair hatte kurzfristig gekuendigt und ihr neues AuPair sollte erst im Maerz kommen. Also brauchte sie Hilfe. Meine Gastmutter hatte das eingefaedelt. Sie erzaehlte mir, dass das nur stundenweise sein sollte - aber an diesem Abend kam raus, dass ich dort sogar einiehen sollte! So nebenbei eroeffnete mir meine Gastmutter dass ich noch am selben Abend meine Sachen packen muesste. Genau das habe ich dann auch getan.
Am naechsten Tag habe ich sie dann nur kurz gesehen und sie rief mich von unterwegs an um mir zu sagen, was fuer ein schlechtes Gewissen sie ja haette. Laecherlich!
Ich zog dann zu ihrer Freundin, wo ich mich richtig wohl fuehlte. um erste Mal fuehlte ich mich wirklich als Familienmitglied! Und mit den Kindern kam ich super klar! Leider konnte ich ja nicht bleiben!
Ich blieb 2 Wochen bei ihnen und in dieser Zeit bekam ich 2 Gastfamilienvorschlaege. Beide Familien wohnten in Orange County. Die erste gefiel mir allerdings ueberhaupt nicht und die zweite hatte ein 5 Monate altes Baby. Ich hatte allerdings nicht die noetigen 200 Stunden Erfahrung mit diesem Alter. Keine Ahnung, warum diese Familie mir ueberhaupt vorgeschlagen wurde.
So wohl ich mich in meiner "Uebergangsfamilie" auch fuehlte, nicht zu wissen was als naechstes passierte und was auf mich zukommen wuerde, war schrecklich! Noch dazu wurde mir dann eroeffnet, dass ich die naechste Familie, die mich wollte, nicht ablehnen durfte - oder ich musste zurueck nach Deutschland!
Nach zwei Wochen wurde ich dann fuer das ganze Land freigeschaltet und promt meldete sich eine Familie aus Arizona. Ich wusste ja, dass ich so oder so nicht absagen konnte und sie brauchten ganz dringend jemanden - also matchten wir schon nach dem ersten Gespraech!
Ein paar Tage spaeter ging es schon los! Die Begruessung war nicht so herzlich wie bei meiner alten Gastmutter, allerdings empfingen die Kinder mich ganz lieb. Am selben Abend gab mir meine neue Gastmutter noch eine Art Handbuch, in der einige "Regeln" drin standen. Ich war voellig fertig! Ich dachte, das alles noch schlimmer werden wuerde, denn in meiner alten Familie war alles ziemlich locker.
Aber ich wollte erst mal abwarten...

Mittlerweile sind 2 Wochen vergangen und ich kann nur sagen - das abwarten hat sich gelohnt! Sie sind vielleicht nicht so warm-herzig, aber dafuer wesentlich ehrlich als meine alte Familie! Harte Schale, weicher Kern!
Neulich kam meine Gastmom nach Hause und brachte mir ein paar Boots mit - einfach so! (Ich lebe auf einer Art Ranch). Und am naechsten Tag stand in meinem Bad ein Schale mit Suessigkeiten. Auf die Frage, womit ich das verdient habe, hiess es "Du gehoerst doch jetzt zur Familie!".
Was ich in den letzten Monaten gelernt habe, ist, dass man Menschen nicht in den Kopf gucken kann! Und man kann sich schon gar nicht vorschnell ein Urteil erlauben! Man kann sich wirklich in Menschen taeuschen - im negativen, aber auch im postiven Sinne!
Ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben hab! Es ist nicht immer einfach unf oft ist mir danach, mich einfach ins naechste Flugzeug nach Deutschland zu setzen! Aber ich versuche durchuhalten! Ich weiss, dass ich das schaffen kann!
Man darf nur nicht an sich selbst zweifeln und muss sein Bestes geben!
In meiner alten Familie habe ich mich immer gefragt was ich bloss falsch gemacht habe, dass die mich einfach so ersetzen! Jetzt weiss ich, es war nicht meine Schuld!
Heute morgen sagt mir meine Gastmom im Vorbeigehen "Du machst uebrigens einen super Job! Wir sind sehr zufrieden und ich habe ein gutes Gefuehl dabei, dir die Kinder anzuvertrauen!"
Und da wusste ich, ich gebe mein Bestes und das wird auch anerkannt!

Ich denke, AuPair ist einfach Glueckssache! Du weisst nie, was kommt! Aber ich wuerde jedem raten, es trotzdem einfach zu versuchen! Gerade aus schlechten Erfahrungen lernt man! Und auch wenn ein Wechsel nicht optimal ist - es kann nur besser werden! ;-)

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