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Julia

Name: Julia
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Heimatland:
Deutschland
Au pair in: Chicago
Au pair Kids: Cally (6)

Über Julias Au pair Jahr: "Ich kann jedem nur empfehlen mal für längere Zeit ins Ausland zu gehen. Mir hat dieses Jahr total viel gebracht ... von dem schnellen und einfachen Erlernen der englischen Sprache, über Selbstbewusstsein bis hin zu neuen Freunden und einer neuen Weltanschauung. Ich denke, dass man nur auf diese Weise einen intensiven Einblick in die amerikanische Kultur bekommt."

Ein Land-Ei in Chicago

In die USA wollte ich schon immer einmal für einen längeren Zeitraum. Ich habe mir oft englisch-sprachige Filme angeguckt und viel über das Land gelesen. Zuerst hatte ich überlegt, ob ich für ein Jahr in den USA zur Schule gehe, aber dafür war ich dann, als es soweit war schon zu alt. Also entschied ich mich für ein Jahr als Au Pair.
Ich habe mich bei Jürgen Matthes Sprachreisen beworben (die leider inzwischen kein AuPair-Programm mehr haben ), und ab da hat auch alles ziemlich schnell geklappt. Ein paar Wochen, nachdem ich meine Bewerbung losgeschickt hatte meldete sich eine Frau aus den USA per Telefon. Natürlich war ich total aufgeregt. Sie war eine geschiedene, alleinerzeihende Anwältin und hatte 1 Kind, ein 6 Jahre altes Mädchen namens Cally. Einen Hund hatten sie auch, was für mich echt toll war, da ich Tiere total gerne habe und auch eine Gastfamilie mit Haustieren wollte. Sie hatte vor mir schon 2 AuPairs, die ich aber nie kennen gelernt habe.

Nach zwei Telefonaten war klar, dass ich diese kleine Familie bald persönlich kennen lernen würde. Ende Juni 1995 bin ich dann nach New York zum Vorbereitungsseminar geflogen. Natürlich fiel mir der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden schwer, aber als ich am Flughafen war, überwog natürlich die Aufregung und die Vorfreude.
Meine neue Gastfamilie lebte in einem Vorort von Chicago. Von Anfang an haben wir uns sehr gut verstanden. Ich wusste, dass ich etwas zurückstecken musste, z.B. in Bezug auf Abends ausgehen. Somit gab es während meines gesamten Aufenthalts in dieser Familie keine großen Schwierigkeiten. Cally, die Tochter, war total süß und lieb. Und der Hund war auch froh, dass er nicht mehr immer den ganzen Tag alleine sein musste.

Mein Tagesablauf sah etwa so aus: Morgens gegen 7:00 Uhr habe ich Frühstück gemacht und Cally für die Schule fertig gemacht. Meine Gastmutter Kim hat mir ein eigenes Auto zur Verfügung gestellt ( ein uralter Subaru, aber mit Automatik und Klimaanlage ) mit dem ich Cally dann immer zur Schule gefahren und natürlich auch wieder abgeholt habe. Dazwischen hatte ich hauptsächlich frei. Manchmal musste ich noch Lebensmittel einkaufen o.ä. Nachmittags gegen 15:00 Uhr habe ich Cally dann wieder von der Schule abgeholt und wir haben kurz was gegessen. Anschließend wurde dann mit Freunden gespielt, schwimmen gefahren oder in den Zoo gegangen ... je nachdem wozu Cally Lust und Zeit hatte. Natürlich mussten auch noch die Hausaufgaben gemacht werden. Abends kam dann Kim nach Hause und wir haben alle zusammen Abendgegessen.

Ich hatte die Möglichkeit College-Kurse ( ähnlich wie Volkshochschulkurse ) zu belegen, die dann auch von meiner Gastfamilie bezahlt wurden. Also habe ich Abends mal einen Töpferkurs belegt, und einmal einen Kurs über amerikanische Geschichte. Das hat total Spaß gemacht, und es war auch wichtig mal etwas für sich ohne die Gastfamilie zutun.
An Samstagen und Sonntagen hatte ich eigentlich immer frei. Ich habe mich dann mit anderen AuPairs aus der Umgebung getroffen, bin ins Kino gefahren, shoppen oder auch nach Downtown Chicago.
Das Lustige war, dass meine Gastmutter Kim kurz nachdem ich angekommen war, einen Mann kennen lernte, und ein paar Tage bevor ich wieder nach einem Jahr abreiste haben die Beiden geheiratet.
Eine Woche von meinem insgesamt zweiwöchigen Urlaub habe ich mit meinen Eltern auf einer kleinen Rundreise verbracht. Die zweite Woche habe ich mit einem anderen AuPair das ich dort kennen gelernt habe, in Mexiko verbracht. Ich wäre gerne noch mehr in den USA rumgereist, aber mir fehlte am Ende die Zeit und auch das Geld.
Ich habe heute noch regelmäßigen Kontakt zu meiner ehemaligen Gastfamilie und habe sie 1998 auch wieder besucht. Wir verstehen uns immer noch sehr gut. Chicago ist mir auch sehr ans Herz gewachsen. Diese Stadt ist echt liebenswert.

Ich kann jedem nur empfehlen mal für längere Zeit ins Ausland zu gehen. Mir hat dieses Jahr total viel gebracht ... von dem schnellen und einfachen Erlernen der englischen Sprache, über Selbstbewusstsein bis hin zu neuen Freunden und einer neuen Weltanschauung. Ich denke, dass man nur auf diese Weise einen intensiven Einblick in die amerikanische Kultur bekommt.

Was ich noch empfehlen würde, wenn Du auch mal als AuPair ins Ausland möchtest:

1. Versuche eine Familie zu finden, die schon Erfahrungen mit AuPairs hat. ( Natürlich muß irgendwann jemand mal die/der Erste sein, aber wenn du die Wahl hast, würde ich es dir empfehlen ).

2. Versuche eine Familie zu finden, die nicht mehr als 2 Kinder hat. ( Ich denke, man hat zu sehr mit sich selbst und dieser neuen Situation zutun, als das man sich noch um mehr als 2 Kinder kümmern kann ).

Ansonsten wünsche ich jede Menge Spass !!!
Wenn ihr noch Fragen habt o.ä. könnt ihr mir gerne mailen unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .
Ich würde mich freuen.

Liebe Grüße

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