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Name: Cathy Bochmann E-mail:
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Heimatland: Deutschland Au pair in: New Jersey Au pair Jahr: 10/98 - 10/99 Au pair Kids: Kathie (2) Über Cathys Au pair Jahr: Das Jahr war ein Volltreffer und die Familie einfach super!! Bei dem Bericht kann man richtig Fernweh bekommen Cathy's Au Pair JahrEin verpatzter Anfang Obwohl ich schon seit einer ganzen Weile wieder in Deutschland bin, will ich noch einmal mein Jahr als Au Pair in New Jersey Revue passieren lassen. Ich wollte schon Jahre vorher unbedingt einmal in die USA gehen, vor allem da ich schon häufig in Großbritannien unterwegs war, ich gerne die Sprache spreche und über meine Mutter - die ist Englischlehrerin und hat mich sicher ziemlich beeinflusst - schon viele Amis kennengelernt hatte. Da es mit dem Schüleraustausch in der 10 Klasse nicht geklappt hatte - meine Noten waren wohl zu schlecht - ich aber seit Jahren begeistert babysittete, war klar Au Pair ist das richtige für mich. Während meines letzten Schuljahres 1998 suchte ich dann also recht ziellos einige Infos zusammen, welche Organisationen sowas anbieten. Ich hatte mich aber ziemlich schlecht informiert und dann eher zufällig für EF entschieden, weil die mich kurz nachdem ich Infomaterial angefordert hatte gleich persönlich anriefen und zum Vorbereitungsgespräch einluden. Später habe ich dann manchmal bereut so wahllos diese Firma genommen zu haben, aber andererseits hätte ich so nie meine tolle Family kennengelernt. Nachdem ich im Frühjahr meine Unterlagen eingereicht hatte begann also das große Warten. Ich wollte ursprünglich gleich nach dem Abitur weg um pünktlich zum Studium wieder da zu sein. Daraus wurde dann nix. Denn irgendwie verschusselte EF meine Unterlagen und leitete sie erst im September an eine Familie weiter, die sich dann aber glücklicherweise als echter Volltreffer entpuppte. Während der langen Wartezeit wurde ich logischerweise immer genervter und verzweifelt, weil ich natürlich glaubte, dass mich niemand haben wollte. Auskünfte von der Orga bekam ich keine, man sagte mir, ich solle halt warten. In der Zeit habe ich mir bei jeder Sternschnuppe gewünscht nur endlich fort zu dürfen.
Es geht los Ein Tag nach meinem Geburtstag kam dann der Anruf. Ich war nicht vorgewarnt und erstmal ziemlich verdattert, als sich eine Bianca meldete und meinte sie wäre das jetzige deutsche Au Pair von Ed und JoAnn aus New Jersey, die mich gerne kennenlernen wollten. Dann hing auch gleich meine zukünftige Hostmum an der Strippe. Sie fragten mich einige Sachen, warum ich denn dieses Jahr machen wolle und was meine Hobbys sind etc. Ich sprach auch noch kurz mit Ed, der mich gleich fragte, welche Bücher ich gerne lese, denn ich hatte lesen als ein Hobby in meiner Bewerbung erwähnt. Als ich antwortete, dass ich Science Fiction Romane mag, war für ihn klar, dass ich sein Au Pair werden musste, denn er ist Schriftsteller und schreibt Fantasy und Science Fiction. JoAnn meinte dann noch, sie würden wieder anrufen und ich solle eine Nacht drüber schlafen, ob ich zu ihnen wolle. Klar wollte ich, denn alles was sie von meinem Au Pair Kind Katie (20 Monate) und ihrer Familie erzählten klang super sympathisch. Ed schreibt nicht nur, sondern unterrichtet auch englische Literatur und JoAnn ist die Betreuerin der Studentenverbindungen an der größten Universität in New Jersey. Auch, dass mein Wohnort nur eine dreiviertel Stunde von Manhattan entfernt liegen sollte begeisterte mich. Zwei Tage später einigten wir uns also darauf, dass ich im Oktober zu ihnen kommen sollte. In diesem Moment war meine Freude so riesig, dass ich mich auch nicht mehr darüber ärgerte, dass ich wahrscheinlich Probleme mit meinem Studienbeginn bekommen würde. Ankunft Als ich dann früh am Flughafen stand musste ich schon ein paarmal schlucke. Denn ganz leicht fiel der Abschied dann doch nicht. Schließlich würde ich meine Familie und Geschwister eine ganze Weile nicht wiedersehen. Aber als ich dann in Frankfurt den Flieger wechselte und feststellte, dass vor und hinter mir auch Au Pairs saßen, verflüchtigte sich die Traurigkeit und wir schwatzten bis JFK über unsere Familien und Erwartungen für das nächste Jahr. So kannte ich dann gleich einige Mädels, wir bezogen ein gemeinsames Zimmer an der C.W. Post University, wo die Au Pair School stattfand und verbrachten eine nette Woche. Der Unterricht war zwar gut gemacht, gelernt habe ich allerdings nicht viel Neues. Außer so zweifelhafte Erkenntnisse, wie dass man in öffentlichen Toiletten das erste Klo benutzen soll, weil man dort sicherer vorm Überfallenwerden ist. Na so gefährlich kam mir dieses Land ja nun echt nicht vor. Am Freitag fuhren wir dann endlich mit dem Bus zu unseren Familien. Mein Pickup Point war eine Raststätte am New Jersey Turnpike. Wir kamen zeitiger an, als erwartet, der Busfahrer lud unsere Koffer aus und fuhr weg. Da stand ich also und ein Au Pair nach dem anderen wurde abgeholt, bis ich alleine übrig blieb. Die Zeit verging und keine JoAnn weit und breit. Neben mir dudelte Countrymusik aus einem Lautsprecher und ich fing nach einer Stunde an zu überlegen, was ich denn tun könnte, falls ich jetzt hier gestrandet wäre. Ich bekam schon langsam ein flaues Gefühl im Magen, da tauchte JoAnn auf, drückte mich und packte mich und mein Gepäck ins Auto. Dann erklärte sie den Grund ihres Zuspätkommens. Einer ihrer Studenten aus der Verbindung, war nach einer der berüchtigten illegalen Uni-Saufparties eine Treppe hinunter gefallen und gestorben. Sie trägt die Verantwortung, also musste sie die Presse, Polizei und Eltern des Jungen treffen. Als wir dann endlich in meinem neuen Zuhause ankamen, traf ich dann auch Bianca meine Vorgängerin, die mich die ersten Wochen noch begleiten sollte und mit der ich auch heute noch gut befreundet bin. Katie wurde vom Mittagsschlaf geweckt, kam noch etwas verschlafen ins Wohnzimmer, direkt in meine Arme und drückte mich. Ich war schon etwas perplex, dass sie keinerlei Schwierigkeiten hatte sich an ein neues Au Pair anzupassen. Aber auch bei den folgenden Au Pairs hatte die Kleine nie Anpassungsprobleme, wahrscheinlich weil ihr immer viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ich habe sie jedenfalls von diesem Moment an ganz tief in mein Herz geschlossen. Freizeit in den USA Ich lebte mich also sehr schnell ein. Bei meiner Family konnte ich mich wirklich wie zu Hause fühlen, was mir sehr wichtig gewesen war. Auch wenn EF keine sonderlich gute Betreuungsarbeit geleistet hatte, fest steht, dass ich eine wirklich gute Gastfamilie gefunden hatte. Auch wenn es gerade am Anfang manchmal Mißverständnisse gab und wir uns nach einem anstrengenden Arbeitstag auf die Nerven gingen (ein allzeit perfektes Verhältnis hat man schließlich in keiner Familie, weder der richtigen noch der hostfamily), wenn es Probleme gab, konnten wir sie besprechen und lösen. Ich gehörte dazu. Am Weihnachtsmorgen überraschte mich ein Stiefel am Kamin mit meinem Namen und wir feierten alle Feste wie Halloween und Thanksgiving mit der ganzen Verwandtschaft meiner Hostmum. Mit Ed teilte ich die Begeisterung für Bücher, Computer und vor allem Brettspiele, so dass wir bei jeder Gelegenheit wo sich ein weiterer Mitspieler kidnappen ließ, lange Abende mit 'Settlers of Catan' in der Küche verbrachten. Mit JoAnn lümmelte ich mich meistens mit Popcorn vorm Fernseher herum um Ally McBeal oder ER zu schauen und ausgiebig zu kommentieren. Aber sie ermutigten mich auch stets auszugehen, mit dem Auto die Umgebung zu entdecken und Freunde zu finden. Bis ich eine richtig gute Freundin gefunden hatte vergingen zwar noch zwei Monate, aber dafür wurde diese Freundschaft richtig eng, so dass ich von da an fast alles zusammen mit Sara aus Schweden unternahm. Vor allem war es unsere Lieblingsbeschäftigung ins T.G.I. Friday's essen und danach ins Kino zu gehen. Während eines Jahres schafften wir es über fünfzig Filme zu sehen. Aber wir verbrachten auch viele Wochenenden in New York und am Strand. Glücklicherweise haben wir heute noch Kontakt und besuchen uns gegenseitig. Die Treffen die unsere lokale Betreuerin für uns Au Pairs veranstaltete besuchte ich nur wenn es sich nicht vermeiden ließ. Denn wir saßen normalerweise nur in ihrem schmutzigen Haus herum und alle unterhielten sich aufgeteilt in kleine Grüppchen, die Schwedinnen untereinander, die Deutschen, Engländerinnen usw. - Hilfe in Fragen wie z.B. mache ich den Führerschein, wo gibt's Collegekurse etc. gab diese Frau nicht. Dadurch, dass ich mit meiner Freundin Sara auch in der Freizeit nur Englisch sprach fühlte sich die Sprache nach kurzer Zeit wie eine Muttersprache an in der ich dachte und träumte. Manchmal hatte ich echt Probleme am Telefon auf Deutsch umzuschalten. Besonders mit der Grammatik war es schlimm, ich übersetzte wortwörtlich aus dem Englischen, was vor allem meine Mutter zum Lachen brachte. Ein Problem, welches sich nach kurzer Zeit zeigte, war eine bedrohliche Vergrößerung der Zahlen die unsere Waage im Bad anzeigt, wenn ich drauf stieg. Innerhalb der 3 Wintermonate hatte ich 20 Pfund zugenommen. Tja, die Cookies waren einfach zu lecker. Von da an joggte ich jeden Tag mit einer Nachbarin eine Stunde ums Wohngebiet. So kam ich letztlich mit 5 Kilos weniger aus den USA zurück und hatte das unvergessliche Erlebnis am Unabhängigkeitstag in N.Y. beim Viertelmarathon im Central Park mitzulaufen. Au Pair Leben Mit Katie verbrachte ich allerdings den größten Teil meines Jahres. Die Kleine kam mir außergewöhnlich süß und intelligent vor. Aber das meinen wohl viele Au Pairs von ihren Kindern. Im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Kindern war sie auch nicht mit Unmengen von Spielzeug u.ä. verwöhnt, bekam keine Süßigkeiten, wurde mit Stoffwindeln gewickelt (nicht mehr lange, dann war auch die Sache mit dem Töpfchen erledigt) und es gab klare Regeln, wie falsches Verhalten diszipliniert wurde (time out und Erklärung). Jeden Abend erzählten Katie und ich gemeinsam über unseren Tag und mittags telefonierten wir meistens zusätzlich noch mit JoAnn, so dass in der Erziehung immer alle in der Familie an einem Strang zogen. Es war auch nötig, dass wir uns abstimmten, denn so ein zweijähriger Dickkopf kann bei aller Niedlichkeit mit ihrem Temperament locker drei Leute auf Trab halten. Durch die tolle Betreuung meiner Vorgängerin Bianca hatte Katie schon mit 20 Monaten das gesamte Alphabet, die Farben und Zahlen gelernt. Ed und JoAnn erwarteten natürlich, dass auch ich Katie weiterhin viel beibringen würde, z.B. deutsche Lieder (Stille Nacht, Heilige Nacht wurde noch im Juli gesungen), Basteln, Malen, am Ende konnte sie erste Worte lesen. Besonders Bücher hatten es der Kleinen angetan, weshalb ich Fox in Sox, The Rainbow Fish und Beauty and the Beast noch heute größtenteils auswendig kann. Kein Wunder, wenn man dieselbe Geschichte zehnmal am Tag vorliest. Manchmal musste ich mir da etwas einfallen lassen, um die tägliche Routine aufzulockern. Besonders toll fand es Katie wenn wir in den Deli essen gegangen sind, Picknicks im Park veranstalteten oder den Swimming Pool besuchten. Dadurch kam ich mehr unter Amerikaner und Katie genoss die Aufmerksamkeit, die einer niedlichen Zweijährigen unweigerlich zuteil wird. Meistens haben mich die Leute für ihre Mum gehalten und waren sehr interessiert, als ich ihnen das Prinzip der 'European nanny' erklärte. Den Begriff Au Pair kannten die wenigsten. Je älter die Kleine wurde desto besser konnte sie auch mit anderen Kindern zusammen spielen und erste Freundschaften schließen. Dadurch freundete ich mich mit unserer Nachbarin an und Katie mit dem gleichaltrigen Miles und der fünfjährigen Maureen. Wir veranstalteten Playdates, Lunchovers und Barbecues. Langweilig oder zu stressig wurde es mir eigentlich nie. Ich hatte ja auch nichts weiter zu tun, als mich um unsere Prinzessin zu kümmern. Wenn ich im Haushalt ein bisschen half oder extra babysittete, dann freiwillig, denn irgendwie wollte ich mich doch bedanken, dafür dass ich einmal meine Eltern und dann meine Schwester zu uns einladen konnte, von Ed frühmorgens zu Collegeexkursionen gebracht wurde oder früher frei bekam, weil ich übers Wochenende irgendwohin flog und all die anderen tausend Kleinigkeiten mit denen sie mir mein Jahr verschönerten. Wieder heim Und als ich dann zurückkehrte hatte ich ja mit Vielem gerechnet, aber nicht dass ich so ein Heimweh nach Amerika bekommen würde. Irgendwie glaubte ich dadurch, dass ich am Anfang kein Heimweh bekommen hatte mir sowas auch später nicht passieren würde. Die Umstellung empfand ich dann aber doch als ziemlich brutal. Denn da ich ja erst so spät vermittelt wurde, wurde es allerhöchste Eisenbahn für mich zurückzukehren, sonst hätte ich ein Jahr warten müssen um mit dem Studium anzufangen. Damit konnte ich keinen einzigen Tag meines freien Monats nutzen, allerdings hatte ich nach meinem Sommerurlaub in Florida eh keinen Cent übrig - so flog ich mit 5$ 'Erspartem' in der Tasche heim. Am Samstag ging der Flieger, Sonntag nachmittag war ich kurz daheim, zog dann um in meine Unistadt und saß Montag morgens schon völlig verwirrt und übermüdet in meinem ersten Seminar. Während der Fahrt zum Flughafen und dem ersten Teil des Fluges hatte ich die Tränen echt nicht mehr zurückdrängen gekonnt. Zwar haben mich die Fluggäste ganz mitleidig angeschaut, aber das war mir völlig egal. Deutschland gefiel mir überhaupt nicht mehr, die Menschen schienen unfreundlich, der Service war miserabel, alles war grau und es nieselte und vor allem vermisste ich Katie. Wenn man für ein ganzes Jahr dermaßen eng mit einem kleinen Kind zusammen war und richtig tolle Gasteltern hatte, dann steckt man diese Trennung eben nicht so einfach weg. Aber es wurde mit der Zeit besser. Ich telefoniere immer noch mit meiner Zweitfamilie, sie schicken ab und zu Fotos und auch meine Au Pair Vorgängerin und ich telefonieren viel und besuchen uns ab und an. Letztes Jahr im Sommer fuhren wir zusammen rüber, womit Katie also 3 (Ex-) Au Pairs zur Verfügung hatte was ihr und uns einen Mordsspass machte und Ed mit einer ausdauernden und erfahrenen Brettspielerrunde beglückte. Und jetzt, ein Jahr später, habe ich wieder ein Flugticket auf dem Tisch liegen, denn in zwei Wochen besuche ich für zwei Monate meine Zweitfamilie um Urlaub zu machen und JoAnn mit dem Baby zu helfen, welches wir alle mit Spannung in den nächsten Tagen erwarten.
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